Eduardo Lorier wünscht die Verbindung von Uruguay und Kuba

05 Juli 2019 3:07pm
Schreiben Caribbean News Digital
emburuguay

„Die Uruguayer, die am Festival der Karibik teilnehmen, sind mit zweifacher Absicht gekommen: auf der einen Seite wollen sie den kulturellen Reichtum in sich aufnehmen, der sich an den Tagen dieses Treffens entfaltet; auf der anderen Seite wollen wir Aspekte unserer Kultur an die Einwohner von Santiago herantragen, die, anders als man vielleicht vermutet, durch verschiedene Bande mit der Kultur dieser östlichen Provinz Kubas verknüpft ist“.

Mit diesen Worten eröffnete Seine Exzellenz, Herr Eduardo Lorier, Botschafter der Republik Uruguay in Kuba, das Exklusivinterview, das er Excelencias gewährte, um über die Auftritte zu sprechen, die diese südamerikanische Nation während der angespannten Tage des Feuerfestes in Santiago de Cuba haben wird. Uruguay ist als Ehrengastland eingeladen.

Denkt man an Uruguay, hat man gewöhnlich eine Vorstellung von einem Land, das sich an der östlichen Seite des Südkegels Amerikas befindet, mit vorwiegend gemäßigtem Klima, bemerkte der Diplomat am Rande.

Bei nicht wenigen Gelegenheiten empfindet man es als kulturell entlegenes Territorium. Aber, so sagt er, die Geschichte und die Kultur zeigen, dass dem nicht so ist, denn uns verbinden viele Wurzeln und gemeinsames Erbe.

Wie fügt sich Uruguay in eine heiße Stadt wie Santiago de Cuba ein, und insbesondere anlässlich eines Events, wie es das Festival der Karibik ist?

„Eben genau durch die uns verknüpfenden Bande. An erster Stelle solche Beziehungen, die aus der gemeinsamen afrikanischen Kultur herrühren. Vergessen wir nicht, das Montevideo jahrzehntelang der Hafen war, in dem jene versklavten Schwarzen in der Kolonialzeit als sehr wichtige Arbeitskräfte für weite Gebiete des Vizekönigreiches La Plata ankamen. Mit den Sklaven kamen auch Teile ihrer Kultur mit, die Spuren in unserer Gesellschaft hinterließen.

Da in Santiago de Cuba Ähnliches geschah, wenn auch in weit größerem Ausmaß, können wir schlussfolgern, dass die Einbeziehung uns beiderseits bereichern wird und Verbindungen der verschiedensten Art als Erbe hinterlassen kann“.

Welche Bedeutung hat die Tatsache, dass Uruguay als Ehrengastland zu diesem legendären karibischen Treffen eingeladen wurde?

„Die Verantwortung, die unser Land trägt, ist enorm, und wir hoffen, auf der Höhe der Umstände zu sein. Seit über einem Jahr bereiten sich Gruppen, die die Überbringer unserer Kultur sein sollen, gewissenhaft und selbstlos darauf vor, dieser Ehre gerecht zu werden. Frühzeitig wurde mit sozialer und staatlicher Beteiligung eine interdisziplinäre Gruppe gebildet, um eine Teilnahme zu organisieren, wo niemand außen vor gelassen wird. Wir haben voll auf die Ergebnisse dieser Arbeit vertraut, die von Sara Ribeiro, Oscar Damián und Oscar Montaño geleitet wurde. Beteiligt waren auch Alejandro Cruz und Nicolás Pons und ihr Team aus dem Ministerium für Erziehung und Kultur (MEC)“.

In Interviews, die in verschiedenen Medien im Internet veröffentlicht wurden, sagten Sie in Bezug auf das Feuerfest: „Unser Hauptanliegen besteht darin, Völker zu verbinden, Kulturen zu verbinden und die Solidarität zu pflegen; wir haben etwas gemeinsam: die Kultur unserer schwarzen Bevölkerung, unserer Vorfahren“. Wieviel von der Karibik sehen Sie in diesem Sinne in Uruguay und umgekehrt?

„Es gibt eine Subjektivität und eine Spiritualität, die uns verbindet, die ihre Grundlage in der gemeinsamen Kultur der afrikanischen schwarzen Sklaven hat, die in unsere Länder gekommen sind, brutal ihrem Herkunftsland entrissen. Das ist eine der Hauptverbindungslinien beider Territorien. Dem sind die Gemeinsamkeiten hinzufügen, die im Nachhinein die jüngere Geschichte und die heutige Zeit der lateinamerikanischen Verwurzelung unserer Völker gekennzeichnet haben“.

Uruguay spielte viele Male eine wichtige Rolle in Kuba, sei es in den Kulturwochen oder als Ehrengast zu solch bedeutenden Veranstaltungen wie der Internationalen Buchmesse. „Wie würden Sie die zwischen beiden Völkern bestehenden Beziehungen bewerten?

„Es gibt aus meiner Sicht ein wesentliches Band zwischen unseren Ländern. Dieses Band findet seinen Ausdruck in der Tatsache, dass José Martí, der Held eures Volkes schlechthin, zu einem ganz besonderen Zeitpunkt seines Lebens, als er im Exil in den USA lebte, Honorarkonsul unseres Landes in der Stadt New York war.

Die Tätigkeit als Konsul, die aus seiner engen Freundschaft mit dem Botschafter Enrique Estrázulas herrührte, hat es Martí ermöglicht, sich in die politisch-diplomatische Welt der großen Stadt einzuführen und ganz direkt und praktisch mit Politikern, Diplomaten und Emigranten anderer karibischer, mittel-, nord- und südamerikanischer Nationen in Kontakt zu treten.

Es sei daran erinnert, dass nach seiner Ernennung zum Honorarkonsul Uruguays in New York auch andere Länder des Südkegels, nachdem sie die ausgezeichneten Resultate seiner Arbeit sahen, den gleichen Weg wie wir gingen, und ihn ebenfalls zum Konsul ernannten. Das betrifft konkret Argentinien und Paraguay.

Nicht weniger bedeutend ist, dass Martís Verbindung zu Uruguay ihm dazu verhalf, an der Ersten Internationalen Amerikanischen Konferenz teilzunehmen, die in Washington stattfand. Seine dortige Ansprache war ein rednerisches Glanzstück, dass seine antiimperialistischen Spuren bis in unsere Tage markiert. Es ist nicht das wichtigste Element, es soll dennoch erwähnt werden, dass ihm seine Tätigkeit als Konsul half, der notorischen Armut des Exils besser zu ertragen.

Viele weitere Elemente verbinden unsere Völker in der Geschichte. Wer kennt nicht das schmackhafte gesalzene und an der Sonne getrocknete Rauchfleisch des östlichen Weidelandes, das als Grundnahrungsmittel für Sklaven später und bis in unsere Zeit hinein zu einem sehr bekannten und beliebten Gericht aller Kubaner wurde?

Und wenn wir von der Gegenwart sprechen, so sind Uruguay und Kuba durch die Erneuerung kultureller Beziehungen verbunden, wie das die Frage selbst hervorhebt, und ebenso durch andere anerkannte, gemeinsame Initiativen auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet.

URUGUAY: Die Republik Uruguay entlehnt ihren Namen ihrem territorialen Standort im Osten des Flusses Uruguay. Das Wort Uruguay stammt aus der Guaraní-Sprache und bedeutet „Fluss, an dem der Vogel wohnt“.

HAUPTSTADT: Montevideo

BEVÖLKERUNG: 3.323.906 Einwohner mit einer Bevölkerungsdichte von 17,8 Einwohnern/km2. Die höchste Bevölkerungskonzentration gibt es in Montevideo mit ca. 43% der Uruguayer, was die hauptsächlich städtische Charakterisierung erklärt.

GEOGRAFIE: Eine Fläche von 176.215 km2. Der Berg namens Catedral ist der höchste Punkt des Landes mit 514 m.

KLIMA: In der gemäßigten Klimazone der Südhalbkugel gelegen, ist das Klima gemäßigt mit Durchschnittstemperaturen von 12°C im Winter bis 25 ºC im Sommer.

SPRACHE: Spanisch

WÄHRUNG: Das Währungssystem basiert auf dem uruguayischen Peso.

VERFASSUNG UND REGIERUNG: Uruguay ist eine demokratische Republik mit einem Präsidialsystem und einer nationalen Verfassung. Der Staat ist in 19 Departements unterteilt. Der Präsident des Landes ist Tabaré Vázquez.

SYMBOLE: Das nationale Dekret vom 18. Februar 1952 erklärte den Nationalpavillon, das Staatswappen, die Hymne, die Fahne von Artigas, die Fahne der Dreiunddreißig und die nationale Kokarde zu den Vaterlandsymbolen der Republik.

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