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Streik bei der Lufthansa geht in Tag zwei

08 November 2019 3:05pm
Schreiben Caribbean News Digital
Streik-Lufthansa

Die Lufthansa-Passagiere haben den 48-stündigen Streik des Kabinenpersonals noch nicht überstanden. Bereits am Morgen sind Hunderte Flüge ausgefallen. Airline und Gewerkschaft wollen am Wochenende Sondierungsgespräche führen.

Bei der Lufthansa geht der Streik der Flugbegleiter weiter. Das Kabinenpersonal hat seit gestern die Arbeit niedergelegt, um den Arbeitgeber in Gespräche über höhere Spesen und Zulagen sowie weitere Verbesserungen zu zwingen. Die Gewerkschaft UFO und Lufthansa haben zwar für das Wochenende Sondierungsgespräche vereinbart, um in eine Schlichtung zu kommen. UFO will im Falle eines Scheiterns aber erneut streiken.

Man müsse abwarten, ob die Gespräche über eine mögliche Schlichtung in dem erbitterten Tarifstreit eine echte Veränderung brächten, sagte UFO-Sprecher Nicoley Baublies. Wenn nicht, "dann hören wir uns am Montag wieder und dann müssen unsere Gäste damit rechnen, dass das weitergeht", kündigte Baublies an. Die UFO hat zu einem Protestzug am Frankfurter Flughafen aufgerufen, um ihre Forderungen zu unterstreichen.

München und Frankfurt am stärksten betroffen

Am Morgen seien 415 von 1362 Flügen annulliert worden, sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafens. In München fallen heute laut Lufthansa mehr als 200 Flüge aus. Beide Flughäfen sind Drehkreuze des Konzerns.

Nach dem Sonderflugplan der Lufthansa sollen weltweit rund 600 Flüge ausfallen. Auch nach Streikende werden für Samstag zunächst noch einige Absagen erwartet, weil Maschinen und Crews nicht an den richtigen Einsatzorten sind. Am Donnerstag waren 800 Flüge gestrichen worden. Insgesamt rechnete Lufthansa mit 180.000 betroffenen Passagieren.

Die Flughäfen in Hannover und Bremen mussten die Verbindungen nach München und Frankfurt fast komplett streichen. Am Airport Hannover werden am Freitag voraussichtlich nur zwei von geplanten 16 Abflügen durchgeführt werden können. Eine Sprecherin des Flughafens Bremen sagte, nur einer von 16 Lufthansa-Flügen werde abheben können.

Höhere Zulagen für 21.000 Flugbegleiter gefordert

Für Gespräche über eine Anbahnung der Schlichtung haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart, um inhaltlich voran zu kommen. Lufthansa hatte seit Monaten dem UFO-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt.

UFO fordert im laufenden Tarifkonflikt für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Für vier weitere Flugbetriebe des Konzerns wurden jeweils separate Forderungen aufgestellt und Urabstimmungen abgehalten. Lufthansa hatte bereits eine Lohnerhöhung um 2,0 Prozent freiwillig umgesetzt. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob UFO überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Quelle: tagesschau.de

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